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Malerarbeiten kalkulieren: Flächenleistung, m²-Preis und Zuschläge

Der m²-Preis ist kein Marktpreis, den du abschreibst — er ist dein Stundensatz geteilt durch deine Flächenleistung. Hier stehen die Zeitwerte für 30 Positionen im Malerhandwerk, die Zuschläge, die dabei regelmäßig vergessen werden, und der Weg vom Aufmaß zum fertigen Angebot. Trag oben deinen Stundensatz ein, und die Tabelle rechnet dir deine eigenen Preise aus.

33 Positionen Kein Email-Zwang Angebotsvorlage zum Kopieren

Alle Preise in den Tabellen unten rechnen mit diesem Stundensatz. Kennst du deinen noch nicht, rechne ihn zuerst im Stundensatz-Rechner aus — mit einem geratenen Satz wird auch die beste Kalkulation nur ein sauber gerechneter Verlust.

Netto, ohne Umsatzsteuer. Die Preisspalten in allen Tabellen aktualisieren sich sofort.

Kurz & knapp

Malerarbeiten kalkulierst du in vier Schritten: 1) Aufmaß (Fläche in m², abzüglich Fenster und Türen ab 2,5 m²), 2) Flächenleistung je Arbeitsgang (Wand 2× streichen: 5–7 m²/Std., Decke: 4–6 m²/Std., Tapezieren: 3–5 m²/Std.), 3) Nebenzeiten für Abkleben, Abdecken, Grundierung und Endreinigung mit 15–25 % der reinen Anstrichzeit, 4) Zuschläge für Altbau, Höhe und bewohnte Räume (10–30 %). Die Formel dahinter ist immer dieselbe: m²-Preis = Stundensatz ÷ Flächenleistung. Bei 60 €/Std. und 6 m²/Std. sind das 10 €/m².

Kalkulationstabellen

Flächenleistung im Malerhandwerk: Zeitwerte 2026

Richtwerte für Normalbedingungen. Die Preisspalte rechnet mit deinem Stundensatz oben — sie zeigt reine Arbeitskosten ohne Material und ohne Zuschläge.

Anstricharbeiten innen

Werte gelten für zwei Farbaufträge auf vorbereitetem Untergrund. Ein Raum mit vielen Ecken, Nischen und Heizkörpern kostet dieselbe Fläche das Doppelte an Zeit — deshalb stehen hier Spannen und keine festen Zahlen.

Position Dein Preis
Wand streichen, glatter Untergrund (2× Auftrag) 5–7 m²/Std. Neubau, große zusammenhängende Flächen, Rollerarbeit ohne Hindernisse. 9–12 €je m²
Wand streichen, Altbau / verwinkelt (2× Auftrag) 3–5 m²/Std. Nischen, Erker, Heizkörper, Rohrleitungen — jede Kante kostet Pinselzeit. 12–20 €je m²
Raufaser überstreichen (2× Auftrag) 6–9 m²/Std. Saugender Untergrund, oft ein satter erster Auftrag nötig. 7–10 €je m²
Decke streichen (2× Auftrag) 4–6 m²/Std. Überkopfarbeit, spürbar langsamer als Wandfläche. Risse und Wasserflecken extra. 10–15 €je m²
Kleinflächen: Nischen, Laibungen, Heizkörpernischen 2–3 m²/Std. Wird beim Aufmaß gern in der Wandfläche versenkt — dann fehlt die Zeit im Angebot. 20–30 €je m²
Treppenhaus / Flur (Absperrung, Publikumsverkehr) 3–5 m²/Std. Gerüst oder Leiterkombination, Arbeiten in Etappen, ständiges Auf- und Abbauen. 12–20 €je m²

Untergrund: Grundierung, Spachtel, Schliff

Der Teil der Arbeit, den der Kunde nie sieht und deshalb nicht bezahlen will — und genau der Teil, an dem eine Kalkulation kippt. Jeder Arbeitsgang zählt einzeln.

Position Dein Preis
Grundierung / Tiefengrund rollen 15–25 m²/Std. Pro Arbeitsgang. Stark saugender Altputz braucht zwei. 2,4–4,0 €je m²
Spachteln Q2 (flächig, je Arbeitsgang) 3–5 m²/Std. Standard für Dispersionsanstrich. Zwischen den Gängen Trocknungszeit einplanen. 12–20 €je m²
Spachteln Q3 (je Arbeitsgang) 2–4 m²/Std. Für glänzende Farben und Streiflicht — deutlich mehr Material und Zeit. 15–30 €je m²
Q4 / Glättung Feinspachtel 1,5–3,0 m²/Std. Sonderleistung, nicht im normalen Anstrichpreis enthalten. Separat ausweisen. 20–40 €je m²
Zwischenschliff (Schleifgirafe / Handschliff) 8–15 m²/Std. Handschliff in Ecken und an Anschlüssen am unteren Ende. 4,0–7,5 €je m²
Risse aufschneiden, armieren, verspachteln 8–15 lfd. m/Std. Setzrisse im Altbau — Umfang vorab kaum kalkulierbar, besser nach Stunden. 4,0–7,5 €je lfd. m

Tapezieren & Entfernen

Position Dein Preis
Vlies / Raufaser tapezieren (glatte Wand) 3–5 m²/Std. Inklusive Zuschnitt. Fenster- und Türlaibungen verlangsamen deutlich. 12–20 €je m²
Mustertapete mit Ansatz 1,5–3,0 m²/Std. Rapport erzeugt Verschnitt — 10–20 % Materialaufschlag zusätzlich einrechnen. 20–40 €je m²
Fototapete / Digitaldruck (bahnenweise) 1,5–2,5 m²/Std. Kein Nacharbeiten möglich — Zeitpuffer und zweite Person einplanen. 24–40 €je m²
Alte Tapete entfernen, gut lösbar 4–8 m²/Std. Vlies und einlagige Raufaser auf gutem Untergrund. 8–15 €je m²
Alte Tapete entfernen, mehrlagig / verklebt 1,5–4,0 m²/Std. Der klassische Kalkulationskiller im Altbau. Nach Stunden abrechnen, nicht pauschal. 15–40 €je m²

Lackier- und Holzarbeiten

Hier rechnest du pro Stück, nicht pro Fläche — inklusive Schleifen, Grundieren und zwei Lackaufträgen.

Position Dein Preis
Zimmertür komplett (Blatt + Zarge, beidseitig) 2–4 Std. Altlack, Abbeizen oder Ablaugen kommen obendrauf. 120–240 €je Stück
Holzfenster, einflügelig (innen + außen) 1,5–3,0 Std. Kittfalz, Beschläge abkleben, Wetterschenkel — mehrflügelig entsprechend mehr. 90–180 €je Stück
Heizkörper (Rippen / Flachheizkörper) 1–2 Std. Rippenheizkörper am oberen Ende, Demontage separat. 60–120 €je Stück
Treppengeländer / Handlauf 0,5–1,0 Std. Gedrechselte Stäbe und Ornamente deutlich zeitintensiver. 30–60 €je lfd. m
Sockelleisten lackieren 0,1–0,2 Std. Abkleben von Boden und Wand ist der eigentliche Aufwand. 6–12 €je lfd. m

Fassade & Außenarbeiten

Außen kommt zur Fläche immer die Logistik dazu: Gerüst, Witterung, Trocknungszeiten. Wer nur die Fläche kalkuliert, kalkuliert die Hälfte.

Position Dein Preis
Fassade reinigen (Hochdruck / Algenentferner) 15–30 m²/Std. Einwirkzeiten sind Wartezeit — parallel andere Positionen einplanen. 2,0–4,0 €je m²
Fassade grundieren 10–20 m²/Std. Stark saugender Altputz braucht mehr Material und einen zweiten Gang. 3,0–6,0 €je m²
Fassadenanstrich, glatte Fläche (2× Auftrag) 4–7 m²/Std. Rollerarbeit vom Gerüst. Strukturputz und Riemchen deutlich langsamer. 9–15 €je m²
Sockel, Details, Fensterlaibungen außen 1,5–3,0 m²/Std. Kleinteilig und komplett Pinselarbeit — separat aufmessen. 20–40 €je m²
Holzfassade / Zaun mit Lasur (2× Auftrag) 4–8 m²/Std. Sägeraue Oberflächen schlucken deutlich mehr Material und Zeit. 8–15 €je m²

Nebenzeiten — die vergessene Hälfte

Diese Positionen tauchen in kaum einem Angebot auf und kosten trotzdem echte Stunden. Wer sie nicht ausweist, verschenkt sie nicht nur — er wirkt am Ende auch noch teuer, weil der Kunde nicht sieht, wofür er zahlt.

Position Dein Preis
Abkleben & Abdecken (je Raum, bewohnt) 0,8–1,5 Std. Boden, Sockel, Schalter, Fenster. In leerer Wohnung am unteren Ende. 48–90 €je Raum
Möbel rücken und abdecken (je Raum) 0,3–0,8 Std. Und danach zurückstellen — beide Wege zählen. 18–48 €je Raum
Endreinigung, Abklebung entfernen (je Raum) 0,3–0,7 Std. Inklusive Ausbesserungen an Kanten und Schalterrahmen. 18–42 €je Raum
Rollgerüst / Leiterkombination auf- und abbauen 0,5–1,0 Std. Pro Aufbauort, nicht pro Baustelle. 30–60 €je Stück
An- und Abfahrt, Material laden (je Arbeitstag) 0,5–1,5 Std. Bei Kleinaufträgen der größte einzelne Kostenblock. Als Pauschale ausweisen. 30–90 €je Baustelle
Aufmaß, Angebot, Farbberatung (je Auftrag) 1–3 Std. Kalkuliert bezahlt das der Auftrag; nicht kalkuliert bezahlst du es selbst. 60–180 €je Baustelle

Die Werte sind Erfahrungs-Richtwerte für Normalbedingungen und ersetzen keine Nachkalkulation. Deine tatsächliche Leistung weicht regelmäßig 20–30 % ab — nach oben wie nach unten. Wer bei drei, vier Aufträgen Fläche und reine Arbeitszeit notiert, hat nach kurzer Zeit eigene Zahlen, die jeder Tabelle überlegen sind.

Was oben draufkommt

Zuschläge und Nebenzeiten

Auf die reine Anstrichzeit kommen Aufschläge, die im Angebot regelmäßig fehlen — und die Marge zuverlässig auffressen.

Anlass Zuschlag
Nebenzeiten (Abkleben, Abdecken, Reinigung) Aufschlag auf die reine Anstrichzeit, wenn du die Positionen oben nicht einzeln aufmisst. 15–25 %
Erschwernis Altbau / verwinkelte Räume Viele Kanten, schiefe Wände, Stuck, unklarer Untergrund. +10–25 %
Arbeitshöhe über 3,5 m / Gerüsteinsatz Treppenhäuser, Hallen, Galerien. Gerüstmiete separat, nicht im Zuschlag. +15–30 %
Bewohnte Wohnung / laufender Betrieb Möbel, Rücksicht, Etappen, Kundengespräche zwischendurch. +10–20 %
Winter / kritische Trocknungsbedingungen (außen) Längere Standzeiten zwischen den Aufträgen, Wetterrisiko trägst du. +10–20 %
Denkmalschutz, Sondertechnik, Effektlasuren Spezialwissen und Musterflächen. Musteranlage separat berechnen. +20–40 %
Material-Handling (Einkauf, Transport, Lagerung) Aufschlag auf den Einkaufspreis, zusätzlich zur normalen Materialmarge. +10–20 %
Ablauf

Vom Aufmaß zum Angebot in 5 Schritten

1. Aufmaß sauber nehmen

Wandfläche = Umfang × Raumhöhe. Öffnungen ziehst du nach VOB/C (ATV DIN 18363) erst ab einer Einzelgröße von 2,5 m² ab — kleinere Fenster und Türen bleiben in der Fläche, weil das Umschneiden mehr Zeit kostet als die Fläche einspart. Laibungen, Nischen und Heizkörpernischen misst du getrennt auf, sonst arbeitest du sie gratis.

2. Arbeitsgänge einzeln auflisten

Nicht „Wand streichen", sondern: Untergrund prüfen, Risse spachteln, grundieren, erster Auftrag, Zwischenschliff, zweiter Auftrag. Jeder Gang hat eine eigene Flächenleistung. Wer nur den Endzustand kalkuliert, vergisst regelmäßig zwei bis drei bezahlte Arbeitsgänge.

3. Zeit aus Fläche und Leistung rechnen

Menge ÷ Flächenleistung = Stunden. 190 m² Wandfläche bei 6 m²/Std. sind 31,7 Stunden — keine „gut zwei Tage". Die Tabelle oben liefert die Startwerte; belastbar werden sie erst, wenn du nach jedem Auftrag Soll gegen Ist stellst und deine eigenen Zahlen einträgst.

4. Nebenzeiten und Zuschläge addieren

Abkleben, Abdecken, Möbel, Endreinigung, An- und Abfahrt: entweder einzeln aufmessen oder pauschal 15–25 % auf die Anstrichzeit. Danach die Erschwerniszuschläge. Beides zusammen macht schnell ein Drittel der Auftragszeit aus.

5. Material getrennt ausweisen

Farbe, Tapete, Abdeckmaterial und Kleinteile gehören als eigene Position ins Angebot, mit einem Aufschlag von 15–30 % auf den Einkaufspreis für Beschaffung, Transport, Lagerung und Verschnitt. Getrennt ausgewiesen ist es Transparenz — im m²-Preis versteckt ist es Angriffsfläche.

Beispielrechnung

3-Zimmer-Wohnung, 75 m² — komplett gestrichen

Bewohnte Altbauwohnung, Wände und Decken zweimal streichen, Untergrund in Ordnung, kein Tapetenwechsel. Gerechnet mit 62 €/Std.

Wandfläche 190 m² bei 6 m²/Std. 31,7 Std.
Deckenfläche 75 m² bei 5 m²/Std. 15,0 Std.
Abkleben, Abdecken, Möbel — 4 Räume × 1,2 Std. 4,8 Std.
Endreinigung — 4 Räume × 0,5 Std. 2,0 Std.
An-/Abfahrt und Material — 3 Arbeitstage × 1,0 Std. 3,0 Std.
Aufmaß, Angebot, Farbberatung 2,0 Std.
Summe Arbeitszeit 58,5 Std.
Arbeitskosten bei 62 €/Std. 3.627 €
Material ≈ 290 € (Farbe, Abdeckmaterial, inkl. 15 % Handling)
Angebotssumme netto ≈ 3.920 €

≈ 14,80 € je m² gestrichener Fläche — Der m²-Preis liegt damit über dem „8–15 €/m²", das im Netz als Anstrichpreis kursiert — weil hier alles drinsteckt, was tatsächlich passiert: Abdecken, Möbel, Anfahrt, Aufmaß. Genau diese Differenz ist der Grund, warum viele Betriebe nach Fläche kalkulieren und trotzdem keine Marge sehen.

Vorlage

Angebotsposition zum Kopieren

Ein Angebot, das Arbeitsgänge, Nebenleistungen und Material trennt, lässt sich besprechen. Ein pauschaler m²-Preis lässt nur Nachlass zu.

Leistungsbeschreibung Wandanstrich
Position 2.1 — Wandflächen Wohn-/Schlafzimmer, Flur
Untergrund reinigen und auf Tragfähigkeit prüfen, kleinere Fehlstellen
spachteln und schleifen, Tiefengrund auftragen, zweimaliger Anstrich mit
Dispersionsfarbe (Nassabrieb Klasse 2), Farbton nach Wahl des Auftraggebers.
Öffnungen bis 2,5 m² Einzelgröße werden gemäß ATV DIN 18363 nicht abgezogen.

  190,00 m²   ×   __,__ €/m²   =   ____,__ €

Position 2.2 — Nebenleistungen
Abkleben und Abdecken von Boden, Sockelleisten, Schaltern und Fenstern,
Rücken und Abdecken des Mobiliars, Entfernen der Abklebung, besenreine
Übergabe, Entsorgung des Abdeckmaterials.

  4,00 Raum   ×   __,__ €/Raum   =   ____,__ €

Position 2.3 — Material
Dispersionsfarbe, Tiefengrund, Abdeckvlies, Kleinmaterial.
Nachweis über Einkaufsbelege auf Verlangen.

  1,00 psch.  ×   ____,__ €      =   ____,__ €

Hinweis: Nicht enthalten sind Untergrundsanierung bei verdeckten Schäden
(Feuchtigkeit, Schimmel, mehrlagige Alttapeten) sowie Spachtelqualität Q3/Q4.
Diese Leistungen werden nach Aufwand zu __,__ €/Std. abgerechnet.
Was du vermeiden solltest

6 Fehler, die jede Maler-Kalkulation kippen

Keiner davon fällt beim Angebot auf. Alle sechs fallen bei der Nachkalkulation auf — wenn das Geld schon weg ist.

01

Fremde m²-Preise übernehmen

Der m²-Preis des Wettbewerbers enthält dessen Stundensatz und dessen Flächenleistung — beides kennst du nicht. Übernimmst du ihn, übernimmst du eine fremde Kalkulation samt fremder Fehler.

02

Nur den Endzustand kalkulieren

Angeboten wird „streichen", gerechnet wird ein Auftrag. Bezahlt werden müssen aber Grundierung, erster Auftrag, Zwischenschliff und zweiter Auftrag — vier Arbeitsgänge, drei davon unsichtbar.

03

Nebenzeiten in die Kulanz schieben

Abkleben, Möbel rücken, Endreinigung und Anfahrt sind je nach Auftrag 20–35 % der Gesamtzeit. Wer sie nicht ausweist, arbeitet ein Drittel des Tages umsonst und wirkt beim Vergleich trotzdem nicht günstiger.

04

Öffnungen falsch abziehen

Jedes Fenster von der Fläche abzuziehen klingt fair und ist ein Verlustgeschäft: Das Umschneiden einer Öffnung kostet mehr Zeit als die eingesparte Fläche. Nach ATV DIN 18363 wird erst ab 2,5 m² Einzelgröße abgezogen.

05

Erschwernisse erst auf der Baustelle merken

Bewohnte Wohnung, Altbau mit Stuck, Treppenhaus über drei Etagen — das sind 10–30 % Zuschlag, die vor dem Angebot gehören, nicht in ein unangenehmes Gespräch danach.

06

Material ohne Handling-Aufschlag durchreichen

Einkauf, Abholung, Transport, Lagerung und Verschnitt sind Arbeitszeit. Wer Material zum Einkaufspreis weitergibt, bezahlt seinem Kunden den Baumarktbesuch.

FAQ

Häufige Fragen zur Kalkulation von Malerarbeiten

Wie berechne ich den m²-Preis für Malerarbeiten?
m²-Preis = Stundensatz ÷ Flächenleistung. Bei 60 €/Std. und 6 m²/Std. für zweimaligen Wandanstrich ergibt das 10 €/m². Schaffst du im Altbau nur 4 m²/Std., sind es 15 €/m² — bei identischem Stundensatz. Der m²-Preis ist deshalb kein Marktwert, sondern ein Ergebnis: Er ändert sich mit jedem Objekt, dein Stundensatz nicht.
Gibt es eine kostenlose Kalkulationshilfe für Maler?
Die Tabellen auf dieser Seite sind genau das: Flächenleistungen für 30 Positionen, Zuschlagssätze, ein Aufmaß-Ablauf und eine Angebotsvorlage zum Kopieren — ohne Anmeldung und ohne E-Mail. Gedruckte Kalkulationshandbücher und Leistungskataloge (SIRADOS, Praxis-Leistungskatalog und ähnliche) bieten deutlich mehr Positionen und kosten je nach Umfang 150–400 €. Wer täglich Ausschreibungen nach VOB bearbeitet, braucht sie. Für einen Ein-Mann- oder Kleinbetrieb reichen saubere Zeitwerte plus die eigene Nachkalkulation.
Welche Flächenleistung ist bei Malerarbeiten realistisch?
Für zweimaligen Wandanstrich auf glattem Untergrund 5–7 m²/Std., im verwinkelten Altbau 3–5 m²/Std., Decke 4–6 m²/Std., Tapezieren mit Vlies oder Raufaser 3–5 m²/Std., Spachteln Q2 je Arbeitsgang 3–5 m²/Std. Das sind Richtwerte für Normalbedingungen. Belastbar wird die Zahl erst, wenn du bei drei, vier Aufträgen die tatsächlich bearbeitete Fläche und die reine Arbeitszeit notierst — deine eigene Leistung weicht regelmäßig 20–30 % von jeder Tabelle ab.
Wie viel Prozent Nebenzeiten muss ich einrechnen?
Wenn du Abkleben, Abdecken, Möbelrücken, Endreinigung und Anfahrt nicht einzeln aufmisst, rechne pauschal 15–25 % auf die reine Anstrichzeit. Bei Kleinaufträgen und in bewohnten Wohnungen liegt der Anteil höher — dort können Nebenzeiten ein Drittel der Gesamtzeit ausmachen, weil Rüsten und Anfahrt sich nicht auf viele Stunden verteilen.
Werden Fenster und Türen von der Wandfläche abgezogen?
Nach ATV DIN 18363 (VOB/C) erst ab einer Einzelgröße von 2,5 m². Kleinere Öffnungen bleiben in der Fläche, weil das Umschneiden mehr Arbeitszeit kostet als die Fläche einspart. Wer bei einem Privatkunden trotzdem jedes Fenster abzieht, um günstiger zu wirken, verschenkt Geld für einen Effekt, den kaum ein Kunde nachrechnet.
Nach Stunden oder pauschal pro Quadratmeter abrechnen?
Nach Fläche überall dort, wo der Aufwand vorher messbar ist: Neubau, glatte Wände, klar abgegrenzte Räume. Nach Stunden dort, wo er es nicht ist: Untergrundsanierung, Schimmel, mehrlagige Alttapeten, Altbau mit unbekannter Substanz. Beim verbindlichen Kostenvoranschlag gilt außerdem die BGH-Faustregel: Er darf nur in geringem Umfang überschritten werden (üblich genannt werden 10–15 %), sonst musst du rechtzeitig informieren.
Wie kalkuliere ich das Material?
Als eigene Position, mit 15–30 % Aufschlag auf den Einkaufspreis für Beschaffung, Transport, Lagerung und Verschnitt. Verbrauchswerte als Anhalt: Dispersionsfarbe rund 0,15–0,20 l/m² je Auftrag, Tiefengrund 0,1–0,2 l/m², Kleister und Vlies nach Herstellerangabe. Bei Mustertapeten mit Rapport zusätzlich 10–20 % Verschnitt einplanen.
Was mache ich, wenn der Kunde den Preis für zu hoch hält?
Nicht den Stundensatz senken, sondern den Umfang zeigen. Ein Angebot, das Arbeitsgänge, Nebenleistungen und Material getrennt ausweist, lässt sich besprechen: Q3 statt Q4, ein Raum weniger, Möbel räumt der Kunde selbst. Ein pauschaler m²-Preis lässt nur eine Reaktion zu — Nachlass. Wer beim Satz nachgibt, verkauft dieselbe Arbeit dauerhaft billiger; wer beim Umfang verhandelt, behält seine Kalkulation.

Stundensatz zuerst: Ohne belastbaren Satz ist jede m²-Kalkulation nur sauber gerechneter Verlust. Der Stundensatz-Rechner für Maler & Lackierer rechnet ihn dir in zwei Minuten aus, inklusive Bundesland-Vergleich.

Fixkosten kennen: Fahrzeug, Spritzgerät, Versicherung, Software — welche Gemeinkosten deinen Satz nach oben treiben, erklärt Gemeinkosten im Handwerk richtig kalkulieren.

Grundlagen für alle Gewerke: Die komplette Kalkulationslogik mit Formel und typischen Fehlern steht im Leitfaden zur Stundensatz-Berechnung.

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