Malerarbeiten kalkulieren: von der Flächenleistung zum m²-Preis
Die meisten Maler kalkulieren rückwärts: Sie schauen, was der Wettbewerb pro Quadratmeter nimmt, und rechnen sich daran entlang. Sauber geht es andersherum — vom eigenen Stundensatz über die eigene Flächenleistung zum Preis. Die Rechnung ist simpel: m²-Preis = Stundensatz ÷ Flächenleistung. Bei 60 €/Std. und 6 m²/Std. Wandanstrich sind das 10 €/m². Schaffst du nur 4 m²/Std., weil der Altbau Ecken, Nischen und Heizkörper hat, sind es 15 €/m² — derselbe Stundensatz, ein völlig anderer Angebotspreis. Deshalb ist die Flächenleistung die Zahl, die du kennen musst: Notiere bei drei, vier Aufträgen die tatsächlich gestrichene Fläche und die reine Arbeitszeit, dann hast du deine eigenen Werte statt fremder Tabellen. Der zweite Fehler steckt in den Nebenzeiten. Abkleben, Abdecken, Möbelrücken, Grundierung, Reinigung und Entsorgung sind Arbeitszeit — sie verschwinden aber gern in der Kulanz und fressen die Marge. Wer sie als eigene Positionen ausweist, verkauft nicht teurer, sondern ehrlicher. Deinen Stundensatz als Ausgangsgröße rechnest du oben im Rechner aus. Die konkreten Zahlen dahinter — Flächenleistungen für 30 Positionen, Zuschlagssätze, Aufmaß-Regeln und eine Angebotsvorlage zum Kopieren — stehen in der kostenlosen Kalkulationshilfe für Malerarbeiten; die dahinterliegenden Fixkosten in der Übersicht zu den Gemeinkosten im Handwerk.
- Wandanstrich glatt, 2× Auftrag: ca. 5-7 m²/Std. — Altbau mit Nischen und Heizkörpern eher 3-5 m²/Std.
- Decke streichen: ca. 4-6 m²/Std. — Überkopfarbeit kostet spürbar mehr Zeit
- Tapezieren (Vlies/Raufaser): ca. 3-5 m²/Std., Mustertapete mit Ansatz deutlich weniger
- Spachteln Q2/Q3: ca. 2-4 m²/Std. je Arbeitsgang — mehrere Gänge einplanen
- Nebenzeiten: Abkleben, Abdecken, Grundierung, Entsorgung mit 15-25 % der reinen Anstrichzeit ansetzen