← Alle Beiträge
stundensatz handwerk kalkulation selbstständigkeit betriebswirtschaft

Stundensatz berechnen als Handwerker: Die komplette Anleitung 2026

“Was soll ich eigentlich pro Stunde verlangen?” — diese Frage stellt sich fast jeder Handwerker mindestens einmal. Die Antworten in den einschlägigen Foren helfen selten: “Frag doch mal einen Kollegen”, “45 € sind üblich”, “Musst du selbst wissen”. Keine davon ist eine echte Antwort.

Hier ist die ehrliche Version: Dein kostendeckender Stundensatz 2026 liegt als Einzelunternehmer zwischen 52 € und 85 € netto — je nach Gewerk, Bundesland und Betriebskosten. Wer unter diese Grenze geht, arbeitet faktisch unter Mindestlohn, sobald man Fahrtzeit, Angebote und Büroarbeit ehrlich einrechnet. Diese Anleitung zeigt dir in 15 Minuten, wie du deine persönliche Untergrenze berechnest — mit der bewährten betriebswirtschaftlichen Formel, konkreten Zahlen für deine Branche und einer Bundesland-Tabelle als Plausibilitätscheck.

Wenig Zeit? Direkt zum Stundensatz-Rechner für dein Gewerk springen — in 2 Minuten hast du die Zahl.

Was ist ein Stundensatz überhaupt?

Der Stundensatz — betriebswirtschaftlich auch Stundenverrechnungssatz (SVS) — ist der Preis, den du pro geleistete Arbeitsstunde in Rechnung stellst. Er ist nicht dein Stundenlohn. Ein angestellter Geselle bekommt vielleicht 18-22 € brutto pro Stunde. Dein Stundensatz als Einzelunternehmer muss dagegen alles decken: deinen eigenen Lohn, alle Nebenkosten, das komplette Unternehmensrisiko und noch einen Gewinnaufschlag obendrauf.

Ein typisches Missverständnis: “55 € pro Stunde — das ist aber viel für eine Person.” Stimmt nicht. Wer kostendeckend arbeiten will, muss auf diese Größenordnung kommen. Der Unterschied zwischen Stundenlohn eines Angestellten und Stundensatz eines Selbstständigen liegt strukturell bei Faktor 2,5 bis 3,5 — weil ein Selbstständiger alle Kosten trägt, die sonst der Arbeitgeber übernimmt.

Der Stundensatz → bestimmt → deine Rentabilität. Setzt du ihn zu niedrig an, arbeitest du de facto im Minus, ohne es sofort zu merken. Setzt du ihn realistisch an, bleibst du langfristig am Markt und kannst investieren.

Die 4 Bausteine deines Stundensatzes

Jeder korrekt kalkulierte Stundensatz setzt sich aus genau vier Komponenten zusammen:

  1. Unternehmerlohn — was du als Person zum Leben brauchst
  2. Lohnnebenkosten — Krankenversicherung, Altersvorsorge, Beiträge
  3. Betriebskosten (Gemeinkosten) — Fahrzeug, Werkzeug, Büro, Versicherungen
  4. Gewinnzuschlag — 10-20 % für Risiko, Rücklagen und Wachstum

Fehlt auch nur einer dieser Bausteine, ist deine Kalkulation unvollständig — und du arbeitest strukturell unter Selbstkosten. Die häufigsten Fehler: Der Unternehmerlohn wird zu niedrig angesetzt (weil man sich an den Gesellen erinnert, der “früher mal 18 € verdient hat”), die Krankenversicherung wird vergessen (400-600 €/Monat bei GKV-Freiwilligen), und der Gewinnzuschlag fällt komplett unter den Tisch.

Gute Nachricht: Wenn du alle vier Bausteine sauber durchrechnest, kommst du fast automatisch auf die Zahl, die im Markt üblich ist — weil diese Zahl eben gerade das ist, was man zum kostendeckenden Arbeiten braucht.

Die 6-Schritte-Formel zur Stundensatz-Kalkulation

Die betriebswirtschaftliche Standardformel für den Stundenverrechnungssatz:

SVS = (Unternehmerlohn + Lohnnebenkosten + Betriebskosten) × (1 + Gewinnzuschlag)
      ─────────────────────────────────────────────────────────────────────────
                          produktive Jahresstunden

Klingt trocken, wird aber in sechs klaren Schritten konkret:

  1. Brutto-Unternehmerlohn pro Jahr festlegen (z. B. 3.000 €/Monat × 12 = 36.000 €)
  2. Lohnnebenkosten aufaddieren (KV, Rentenvorsorge → meist 8.000-12.000 €/Jahr)
  3. Betriebskosten ermitteln (Fahrzeug, Werkzeug, Büro, Versicherungen → 13.000-20.000 €/Jahr)
  4. Summe bilden: Gesamtkostenbedarf pro Jahr
  5. Gewinnzuschlag aufschlagen (× 1,15 bei 15 % Gewinn)
  6. Durch produktive Jahresstunden teilen (typisch 1.200-1.400 h/Jahr)

Rechenbeispiel Einzel-Fliesenleger: (36.000 + 10.000 + 15.000) × 1,15 ÷ 1.300 = 54 € Nettostundensatz. Für Kunden mit 19 % USt: 64,26 € brutto. Als Kleinunternehmer nach §19 UStG bleibt es bei den 54 € — keine Umsatzsteuer.

Bequemer als selbst rechnen: Unsere Stundensatz-Rechner pro Gewerk übernehmen die Formel für dich — inklusive realistischer Defaults für Fahrzeug, Werkzeug, BG-Beiträge und durchschnittliche Produktivstunden deiner Branche. Ausfüllen, Ergebnis ablesen, fertig in 2 Minuten. → Zum Rechner

Unternehmerlohn: Was zahlst du dir selbst?

Der Unternehmerlohn ist der Teil, den du als Person zum Leben brauchst. Nicht was du mal verdient hast, nicht was der Nachbar verdient — sondern dein tatsächlicher Bedarf heute. Miete, Essen, Auto, Versicherungen, Urlaub, etwas Sparen. Das Ganze netto, und dann hochgerechnet auf brutto unter Berücksichtigung deiner Steuerklasse.

Faustregel 2026 für einen alleinstehenden Handwerker: 2.800-3.400 € netto pro Monat sind nötig, um vernünftig zu leben (ohne Luxus, aber mit Rücklagen). Das entspricht einem kalkulatorischen Brutto-Unternehmerlohn von rund 3.800-4.500 €/Monat — also 45.000-54.000 €/Jahr. Hast du Familie, Haus oder Kinder, liegt die Grenze höher.

Wichtig: Unternehmerlohn → deckt → privaten Lebensunterhalt. Er ist nicht dein Gewinn. Gewinn kommt später als separater Zuschlag. Diese beiden Größen sauber zu trennen ist der wichtigste Schritt zur realistischen Kalkulation.

Ein häufiger Fehler: Der Einzelunternehmer rechnet sich selbst mit 2.000 € brutto ein, weil das “für den Anfang reicht”. Nach drei Jahren merkt er, dass er keine Rücklagen hat, keine Urlaube macht, und jedes kaputte Werkzeug ein Drama ist. Die Zahl muss von Anfang an stimmen — sonst geht dir langfristig die Luft aus.

Lohnnebenkosten: Der unsichtbare Geld-Fresser

Als Angestellter bezahlt dein Arbeitgeber rund 50 % zusätzlich zu deinem Bruttolohn an Sozialversicherung. Als Selbstständiger trägst du diese Kosten komplett selbst — und viele unterschätzen, wie viel das pro Jahr macht.

Die vier Posten, die jeder Selbstständige tragen muss:

  • Krankenversicherung: Freiwillige GKV kostet 450-650 €/Monat (je nach Einkommen), PKV kann günstiger starten, wird aber im Alter teurer. Pflicht zumindest eine Grundversicherung.
  • Altersvorsorge: Die gesetzliche Rente ist für Handwerker je nach Gewerk pflicht oder freiwillig. Realistischer Mindestbeitrag: 300-500 €/Monat (Rürup, ETFs, oder freiwillige gesetzliche Rentenversicherung).
  • Berufsgenossenschaft (BG Bau): Pflichtbeitrag je nach Gewerk. Dachdecker zahlen deutlich mehr als Elektriker, weil das Unfallrisiko höher ist. Budget: 1.200-3.000 €/Jahr.
  • Weitere Pflichtbeiträge: Kammerbeiträge (IHK / HWK), je nach Kammer 150-400 €/Jahr.

Gesamt ergibt das 8.000-14.000 €/Jahr an Lohnnebenkosten für einen Einzelunternehmer. Das muss in den Stundensatz — sonst fehlt das Geld am Ende, wenn die Beiträge abgebucht werden. Die Berufsgenossenschaft BG Bau → verlangt → höhere Beiträge bei Dachdeckern und Zimmerleuten, weil Höhenarbeit statistisch riskanter ist. Gleiche Formel, andere Zahlen — die Dachdecker-Kalkulation trägt das ein, der Handwerker vergisst es oft.

Betriebskosten (Gemeinkosten): Die 7 Kategorien

Gemeinkosten sind alle laufenden Ausgaben, die dein Betrieb verursacht — unabhängig davon, wie viele Stunden du tatsächlich fakturierst. Die meisten Handwerker unterschätzen diese Summe drastisch, weil viele Einzelposten isoliert betrachtet “klein” wirken.

Die sieben Kategorien, die in eine saubere Kalkulation gehören:

  1. Fahrzeug: Transporter (Leasing oder Abschreibung), Sprit, Wartung, Reifen, Versicherung, Kfz-Steuer → 4.000-8.000 €/Jahr
  2. Werkzeug und Maschinen: Anschaffung, Verschleiß, Ersatz, Akkus → 1.500-4.000 €/Jahr
  3. Büro und Werkstatt: Miete, Strom, Heizung, Internet, Telefon → 2.000-5.500 €/Jahr
  4. Software und Administration: Angebotssoftware, Rechnungsprogramm, Steuerberater (DATEV), Buchhaltung → 1.500-3.500 €/Jahr
  5. Versicherungen: Betriebshaftpflicht, Rechtsschutz, Gewerbeversicherung → 1.200-2.500 €/Jahr
  6. Marketing: Website, Google-Einträge, Fahrzeugbeschriftung, Visitenkarten → 500-2.500 €/Jahr
  7. Weiterbildung und Zertifikate: Kurse, Meisterpflicht-Updates, Fachmessen → 300-1.500 €/Jahr

In Summe: 11.000-27.500 €/Jahr an Betriebskosten für einen Einzelunternehmer. Meisterbetriebe mit mehr Equipment und Werkstatt liegen oft bei 25-40k. Jeder nicht eingerechnete Euro reduziert direkt deine Gewinnmarge.

Gemeinkosten → reduzieren → verrechenbare Jahresstunden nicht direkt, aber sie bestimmen, was jede verrechenbare Stunde einbringen muss. Unterschätzt du sie, arbeitest du strukturell unter deinen tatsächlichen Kosten.

Produktive Stunden: Warum deine Kalkulation lügt

Jetzt kommt der Baustein, den fast alle falsch machen: die produktiven Jahresstunden. Die Rechnung “40 Stunden × 48 Wochen = 1.920 Stunden” ist Unfug — aus mehreren Gründen.

Was realistisch von 1.920 theoretischen Stunden übrig bleibt:

  • Urlaub (25 Tage × 8 h) = −200 h
  • Krankheit (durchschnittlich 10 Tage) = −80 h
  • Feiertage (je Bundesland 10-13) = −80 bis −104 h
  • Weiterbildung, Fachmessen = −40 h
  • Unproduktive Zeit pro Tag (Fahrt, Angebote schreiben, Material holen, Büro, Kundenanrufe) = mindestens 2 h/Tag = −400 h/Jahr

Ergebnis: 1.100-1.400 produktive (= fakturierbare) Stunden pro Jahr. Das ist die Zahl, durch die du deinen jährlichen Kostenbedarf teilst. Teilst du stattdessen durch 1.920, hast du einen um 30-40 % zu niedrigen Stundensatz — und arbeitest die restlichen 30 % umsonst.

Ein Beispiel: Kostenbedarf 70.000 €/Jahr. Mit 1.920 h → 36,50 €/Stunde. Mit 1.300 h → 53,85 €/Stunde. Welche Zahl deckt deine Kosten? Nur die zweite. Die erste ist genau der Grund, warum so viele Handwerker im Dauerstress sind und trotzdem am Monatsende kaum Geld übrig haben.

Wetter- oder saisonabhängige Gewerke wie Dachdecker haben sogar nur 1.200-1.380 h — Regen, Sturm und Frost kosten 15-25 % der Arbeitstage. Das muss in die Jahreskalkulation.

Der Gewinnzuschlag: Warum 10-20 % Pflicht sind

Der Gewinnzuschlag ist kein Luxus. Er ist die Rücklage für:

  • Zahlungsausfälle (Kunde zahlt nicht → du trägst den Verlust)
  • Schlechte Jahre (Wirtschaftskrise, Krankheit, Unfall)
  • Investitionen (neues Fahrzeug, bessere Werkzeuge, Weiterbildung)
  • Wachstum (irgendwann willst du einen Gesellen einstellen)
  • Unternehmerisches Risiko (du trägst alle Risiken, kein Vorgesetzter trägt sie für dich)

Im Handwerk üblich sind 10-20 % — bei Wachstumsbetrieben eher 15-20 %, bei etablierten Einzelunternehmern mit stabilen Kosten ab 10 %. Unter 10 % arbeitest du strukturell ohne Puffer. Das heißt konkret: Ein einziger Großkunde, der nicht zahlt, bringt dich in Geldnot.

Rechne den Zuschlag auf die Gesamtkosten, nicht nur auf den Unternehmerlohn. Bei 70.000 € Gesamtkosten und 15 % Gewinn: 70.000 × 1,15 = 80.500 € Jahresumsatz-Bedarf. Geteilt durch 1.300 Stunden = 61,90 € Nettostundensatz.

Jedes Gewerk hat seine Feinheiten: Unternehmerlohn, Gemeinkosten-Struktur, typische Produktivstunden — das unterscheidet sich deutlich zwischen einem Maler, einem Dachdecker, einem Trockenbauer und einem Fliesenleger. Unsere gewerkespezifischen Rechner haben die branchenüblichen Defaults schon eingetragen. → Rechner für dein Gewerk auswählen

Beispielrechnung: Einzelunternehmer vs. Meisterbetrieb

Zum Vergleich zwei realistische Szenarien:

Szenario A: Einzel-Maler, Baden-Württemberg, 2026

  • Unternehmerlohn: 3.000 €/Monat brutto = 36.000 €/Jahr
  • Lohnnebenkosten (KV 500 €, Rente 400 €, BG 900 €): 11.200 €/Jahr
  • Betriebskosten: 14.000 €/Jahr (Transporter, Werkzeug, Büro, Software, Versicherungen)
  • Summe: 61.200 €/Jahr
  • Gewinnzuschlag 15 %: 61.200 × 1,15 = 70.380 €
  • Produktive Stunden: 1.300 h/Jahr
  • Stundensatz: 54 € netto / 64 € brutto

Szenario B: Meisterbetrieb Fliesenleger mit Geselle, Bayern, 2026

  • Brutto-Unternehmerlohn: 4.500 €/Monat = 54.000 €/Jahr
  • Lohnnebenkosten Unternehmer: 13.000 €/Jahr
  • Gesellenlohn inkl. AG-Anteil: 48.000 €/Jahr (wird aber anteilig umgelegt)
  • Betriebskosten: 25.000 €/Jahr (mehr Equipment, Werkstatt, Versicherungen)
  • Summe Unternehmerseite: 92.000 €/Jahr
  • Gewinnzuschlag 18 %: × 1,18 = 108.560 €
  • Produktive Stunden Meister: 1.100 h (mehr Büroarbeit als bei Einzelbetrieb)
  • Stundensatz Meister: 98 € netto / 116 € brutto

Der Geselle wird separat kalkuliert (ca. 55-65 € Nettostundensatz inkl. Umlage), und beide Sätze erscheinen auf der Rechnung je nach ausgeführter Arbeit. Das ist völlig übliche Praxis in Meisterbetrieben und erklärt, warum die Stundensätze im Meisterbetrieb oft 20-30 % über denen des Einzelunternehmers liegen.

Die 6 teuersten Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation

  1. Unproduktive Zeit vergessen. Fahrtzeit, Angebote schreiben, Material holen — bei Einzelunternehmern mindestens 2 h/Tag. Rechnest du nur auf Kundentermine, liegst du 30-40 % zu niedrig.

  2. Eigenen Unternehmerlohn zu niedrig ansetzen. Der Vergleich “ein Geselle verdient 22 €/h brutto” ist falsch, weil du als Selbstständiger alle Kosten trägst, die ein Arbeitgeber für einen Gesellen zusätzlich zahlt (ca. 80 % Aufschlag). Dein kalkulatorischer Unternehmerlohn muss mindestens deinem Netto-Bedarf + Steuern + Sozialabgaben entsprechen.

  3. Krankenversicherung und Altersvorsorge unterschlagen. Als Angestellter sind das “Abzüge vom Brutto”. Als Selbstständiger zahlst du sie komplett selbst — und wer sie vergisst, hat im Alter oder bei Krankheit keine Absicherung.

  4. Keinen Gewinnzuschlag kalkulieren. “Was soll ich denn noch draufschlagen, ich brauch doch nur mein Gehalt.” Falsch. Ohne Zuschlag keine Rücklagen, keine Investitionen, kein Puffer für schlechte Jahre.

  5. Gemeinkosten unterschätzen. Fahrzeug, Werkzeug, Software, Steuerberater, Versicherungen — 13.000-20.000 €/Jahr sind normal. Viele rechnen mit 5.000 € und wundern sich später, warum das Konto immer leer ist.

  6. Sich am “günstigsten Wettbewerber” orientieren. Der billigste Anbieter im Ort ist meistens der, der seine Kalkulation nicht kennt. Sein Preis ist kein Benchmark — er ist eine Warnung. Wer mit 35 €/h arbeitet, geht in 2-3 Jahren pleite oder lebt von Rücklagen, die er gerade verbrennt.

Stundensatz nach Bundesland und Gewerk (2026)

Die Spreizung zwischen Ost- und Westdeutschland ist real und liegt bei 15-25 %. Folgende Werte sind markttypisch für Einzelunternehmer (2026-Daten):

BundeslandMalerDachdeckerTrockenbauerFliesenleger
Bayern60 €75 €58 €62 €
Baden-Württemberg62 €76 €60 €64 €
Hamburg65 €80 €63 €68 €
Hessen60 €74 €58 €62 €
Nordrhein-Westfalen56 €70 €55 €58 €
Berlin56 €70 €55 €58 €
Niedersachsen55 €69 €53 €57 €
Rheinland-Pfalz56 €69 €55 €58 €
Brandenburg50 €64 €48 €53 €
Sachsen48 €62 €46 €52 €

Alle Werte netto. Kleinunternehmer nach §19 UStG rechnen diese Zahlen 1:1 an Kunden. Regelbesteuerte Betriebe schlagen 19 % USt obendrauf. Meisterbetriebe liegen in der Regel 20-30 % über diesen Werten.

Deine genaue Zahl in 2 Minuten: Die Tabelle oben ist ein Plausibilitätscheck. Deine persönliche kostendeckende Grenze hängt von deinem Lebensbedarf, deinen konkreten Betriebskosten und deiner tatsächlichen Produktivität ab. → Zum Stundensatz-Rechner für dein Gewerk

Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung — was lohnt sich?

Als Kleinunternehmer nach §19 UStG erhebst du keine Umsatzsteuer, wenn dein Vorjahresumsatz unter 25.000 € lag und der erwartete Umsatz im laufenden Jahr unter 100.000 € bleibt. Vorteil: Kein Abführen von USt, weniger Bürokratie. Nachteil: Du darfst auch keine Vorsteuer aus Material- und Werkzeugeinkäufen ziehen — was bei hohen Materialkosten oder Investitionen teuer wird.

Wann Kleinunternehmer sinnvoll ist:

  • Überwiegend Privatkunden (B2C) → Kunden sparen keine USt sowieso nicht
  • Niedrige Materialkosten (reine Dienstleistung)
  • Nebenerwerb oder Anfang der Selbstständigkeit

Wann Regelbesteuerung besser ist:

  • Überwiegend Geschäftskunden (B2B) → diese ziehen die USt als Vorsteuer sowieso ab, für sie ist der Bruttopreis egal
  • Hohe Materialkosten oder regelmäßige Werkzeug-Investitionen
  • Umsatz über 25.000 € absehbar (dann sowieso Pflicht)

Kleinunternehmer → zahlt → keine Umsatzsteuer auf Rechnungen. Aber er zahlt auch keine Vorsteuer aus dem Material zurück. Für typische Handwerker-Einzelunternehmer mit 30-80k Umsatz und hohem Materialanteil lohnt sich der Wechsel zur Regelbesteuerung meist ab dem zweiten Jahr — man muss es nur einmal sauber durchrechnen.

FAQ zur Stundensatz-Kalkulation

Wie hoch ist ein durchschnittlicher Handwerker-Stundensatz 2026? Marktüblich liegt der Nettostundensatz für Handwerker-Einzelunternehmer in Deutschland 2026 zwischen 48 € und 75 € — mit Dachdeckern am oberen und Trockenbauern am unteren Ende. Meisterbetriebe liegen 20-30 % höher, und Ballungsräume (Hamburg, München, Frankfurt) nochmal 10-15 % über dem Bundesmittel.

Warum ist mein Stundensatz höher als der Stundenlohn eines angestellten Gesellen? Ein Geselle verdient brutto 18-22 €/h. Sein Arbeitgeber zahlt zusätzlich ~80 % Lohnnebenkosten plus komplette Betriebskosten plus Gewinnaufschlag. Als Selbstständiger trägst du all das selbst. Faktor 2,5-3,5 zwischen Gesellen-Brutto und Selbstständigen-Stundensatz ist daher kein Wucher, sondern strukturell notwendig.

Muss ich als Kleinunternehmer Umsatzsteuer aufschlagen? Nein. Nach §19 UStG bleibt dein Nettostundensatz gleichzeitig dein Bruttopreis für Kunden. Sobald du in die Regelbesteuerung wechselst (freiwillig oder weil die 25.000-€-Grenze überschritten ist), kommen 19 % USt obendrauf.

Wie viele produktive Stunden habe ich realistisch pro Jahr? Für Einzelunternehmer: 1.200-1.450 Stunden. Das sind 220 Arbeitstage × 5-6,5 fakturierbare Stunden. Unproduktive Zeit (Fahrt, Angebote, Material, Büro) frisst den Rest. Meister mit Geselle liegen noch niedriger (1.000-1.200 h) wegen Führungsaufgaben. Bei Dachdeckern durch Wetter weitere 100-200 Stunden weniger.

Wie kalkuliere ich Fahrtzeit — extra oder im Stundensatz? Beide Ansätze sind üblich. Option A: Fahrzeit im Stundensatz eingepreist → Kunde sieht nur den Arbeitspreis, einfacher zu kommunizieren, aber bei sehr weit entfernten Kunden verlierst du Marge. Option B: Anfahrt separat berechnen (z. B. 0,50-0,70 € pro km + 30-45 € Pauschale) → transparenter, aber Aufwand in der Abrechnung. Für lokale Einzelunternehmer: Variante A ist üblicher und einfacher.

Was kostet ein Handwerker pro Quadratmeter? Wichtiger Hinweis: Stundensatz und Quadratmeter-Preis sind zwei verschiedene Kalkulations-Logiken. Der Quadratmeter-Preis ergibt sich aus Stundensatz × benötigte Stunden pro m² + Material. Beispiele 2026: Fliesenleger 25-60 €/m² Arbeit, Maler-Innenanstrich 8-15 €/m², Trockenbau-Vorsatzschale 30-55 €/m², Dachdecker-Ziegeldach 35-65 €/m². Kleine Flächen und Zuschnitte sind teurer pro m², weil der Aufwand pro Quadratmeter steigt.

Wie oft sollte ich meinen Stundensatz anpassen? Jährlich. Inflation, Materialpreise, Versicherungsbeiträge und dein eigener Lebensbedarf verändern sich ständig. Ein einmal kalkulierter Stundensatz veraltet in 12 Monaten. Empfehlung: Jeden Januar die Kalkulation komplett durchrechnen (mit unserem Rechner in 5 Minuten erledigt) und Kunden rechtzeitig über eventuelle Anpassungen informieren.

Kann ich unter 45 €/h kostendeckend arbeiten? Nur in Ostdeutschland, nur als reiner Einzelunternehmer ohne nennenswerte Betriebskosten, nur mit sehr niedrigem persönlichem Lebensbedarf. In den meisten Fällen führt ein Stundensatz unter 45 € direkt zum strukturellen Verlust. Du merkst es nur nicht sofort — aber spätestens nach 2-3 Jahren fehlt das Geld für Rücklagen, Werkzeugersatz und Altersvorsorge.

Fazit: Die Zahl, die dein Geschäft trägt

Dein Stundensatz ist keine Verhandlungssache mit dem Kunden. Er ist das Ergebnis einer betriebswirtschaftlichen Rechnung — und wenn diese Rechnung sauber ist, verteidigt sich der Preis von selbst. Wer seine Zahlen kennt, steht in Preisverhandlungen ruhiger: Nicht weil er hart ist, sondern weil er weiß, ab welcher Grenze er lieber ablehnt, als unter Selbstkosten zu arbeiten.

Die vier Bausteine — Unternehmerlohn, Lohnnebenkosten, Betriebskosten, Gewinnzuschlag — sind nicht verhandelbar. Jeder davon fehlt dir später bitter, wenn du ihn heute weglässt. Und die produktiven Jahresstunden sind der Hebel, der die meisten Handwerker in die Irre führt: 1.920 h klingen logisch, sind aber unrealistisch. 1.200-1.400 h sind die Wirklichkeit — und mit dieser Wirklichkeit kalkulierst du sauber.

Jetzt in 2 Minuten den eigenen Stundensatz berechnen: Unsere Stundensatz-Rechner sind pro Gewerk vorbereitet — für Maler & Lackierer, Dachdecker, Trockenbauer und Fliesenleger. Alle branchentypischen Defaults sind eingetragen — du änderst nur die Zahlen, die bei dir abweichen. Kostenlos, ohne Anmeldung, DSGVO-konform.

Und wenn du danach eine Website brauchst, die zu deinem Stundensatz passt (professionell, schnell, ohne WordPress-Stress) — dann schau dir unsere Handwerker-Pakete an. Ab 990 €, Festpreis, in 3-4 Wochen online.


Verwandte Artikel:

Bereit für dein Projekt?

Lass uns dein nächstes Projekt gemeinsam umsetzen.

Kostenloses Erstgespräch
Kostenlos beraten lassen
W

Lomageek Assistent

Online